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Sonntag, 4. April 2021

Das Haus der schönen Dinge - Heidi Rehn

 

Das Haus der schönen Dinge
Historischer Roman
Autorin: Heidi Rehn
Hörbuch erschienen bei Saga Egmont
Steinbach sprechende Bücher
ungekürzte Lesung
gelesen von Lisa Rauen
2 MP3 CDs - 1.046 Minuten
ISBN 978-3-86974-338-7



Das Haus der schönen Dinge - der Titel klingt romantisch, nach einem Wohlfülroman und ist doch so viel mehr. Das Haus der schönen Dinge ist eine Liebeserklärung an die Menschen, an die Familien, die gefühlt schon immer in München gelebt und gewirtschaftet hatten, Ideen hatten und unermüdlich darum bemüht waren in der Gesellschaft dazu zu gehören und ihren Mitmenschen immer das Gefühl gaben, Willkommen zu sein. 




Das Haus der schönen Dinge erzählt die Geschichte der jüdischen Familie Hirschvogl. Allen voran von Jacob Hirschvogl, der im Jahr 1897 mit seiner Frau Thea das Kaufhaus am Rindermarkt etabliert. 

Heidi Rehn schildert anhand der Familiengeschichte der Hirschvogls sehr eindrücklich und emotional das lebhafte und bunte Treiben in München. Die Belastungen, unter denen Freundschaften zwischen jüdischen und nicht jüdischen Münchnern in den verschiedenen Zeiten der Jahre 1897 bis 1952 stehen und was Missgunst und Neid zu Hass und Hetze werden lässt. 

Die Charaktere wirken derart lebendig, dass ich zunächst beeindruckt war, wie gründlich Heidi Rehn über die geschichtlichen Ereignisse und die Familienmitglieder recherchiert haben muss. Ich drückte die Daumen, verdrückte hin und wieder ein paar Tränen, war ernst und missgestimmt, wenn etwas nicht klappte und freute mich bei Erfolgen mit ihnen. Eine Familie, der ich gern begegnet wäre. Menschen, mit denen ich mich gern umgeben hätte. 

Die Familie Hirschvogl wollte den Menschen in ihrer Umgebung und ihrer Kundschaft immer etwas besonderes bieten und hieß auch jene willkommen, die nicht nur viel Geld dalassen konnten, sondern auch diejenigen, die zum Gucken und Staunen ins Kaufhaus kamen. 

Die Herzlichkeit zeichnet vor allen Dingen die Damen der Hirschvogls aus. Da wären Mutter Thea, Tochter Lily und später die Enkelin Edna. Alle drei gesegnet mit Herz und Hirn und dadurch auch mit Unsicherheit. Hörte man lieber auf den Verstand oder gab man lieber dem Gefühl nach? - Und manchmal entschieden dann doch die äußeren Umstände der Jahre 1897 bis 1952 für einen.

Ich war wie gefesselt von dem Geschehen und bin es bis jetzt. Die Charaktere sind mir ans Herz gewachsen und gern hätte ich einmal das Hirschvogl besucht. Am liebsten hätte ich mit eigenen Augen gesehen, wie Thea die Verkaufstische blau-weiß dekoriert, wie die Menschen zur Eröffnung am Eingang stehen und staunen und ja, ich würde auch gern sehen, wie die nicht so schönen Szenen verlaufen. Die Streitereien am Esstisch, die Blicke und die ungesagten Worte zwischen den Freundinnen, die Tumulte auf den Straßen. 

Wenn ich dich, liebe Heidi Rehn, bitten dürfte oder einen Drehbuchautor: bitte macht aus dieser Geschichte der Hirschvogls eine Mini-Serie und verfilmt sie. Ich würde es lieben. 

Bei all den schönen und zauberhaften Details zum Kaufhaus und das Führen der Geschäfte fehlt mir manches Mal der Verbleib wichtiger Personen. Wie gern würde ich diese bis zum Ende näher mitverfolgen. Das Haus der schönen Dinge hätte gut und gern als Triloge angelegt werden können. Auch, wenn es sicherlich sehr schmerzhaft gewesen wäre, die Charaktere in ihren schwersten Zeiten zu begleiten. So bleibt mir, die Lücken der nur angerissenen Zeiträume mit eigenen Gedanken zu füllen. 

Ich danke Heidi Rehn für diese wunderschön erzählte Geschichte, die sich so wirklich und wahrhaftig anfühlt, als hätte es die Familie Hirschvogl tatsächlich gegeben. 

Und ich danke Lisa Rauen, die mit ihrer Stimme die Geschichte nicht nur in mein Ohr sondern auch in mein Herz getragen hat. Die aufgebrachte Stimme von Cäcilie habe ich immer noch im Ohr. 


Fazit

Wer historische Romane und ausladende Familiengeschichten mag, wird mit Das Haus der schönen Dinge bestens unterhalten. Die Geschichte entführt den Leser in die Zeiten der Jahre 1897 bis 1952 und verzaubert mit den Träumen der Protagonisten. 

Samstag, 1. April 2017

Markus Heitz - Des Teufels Gebetbuch

Markus Heitz, 46 Jahre alt, Schuhgröße 46 und nahezu 46 Bücher, stellt zwei Tage vor dem großen Finale in Baden-Baden sein neuestes Werk Des Teufels Gebetbuch bei Hugendubel in Hannover vor.

Ausgewählte Bücher von Markus Heitz  bei Hugendubel in Hannover
Ⓒ Cornelia Fett

Markus Heitz hat bereits im Alter von 14 Jahren Kurzgeschichten geschrieben, aufgrund seines Ideenreichtums wurden diese immer länger. Da er auf "nachwachsende Rohstoffe" setzen wollte, hatte er erstmal Philosophie und Geschichte studiert und wollte Lehrer werden. Da er aber später kein schlechter Lehrer werden wollte und deshalb Bedenken hatte, wurde er als Journalist und später als Autor tätig.

Geholfen hat ihm sicherlich dabei, dass er gerne mit Freunden Rollenspiele spielte und so schon früh eigens gestaltete Welten erschaffte.

Markus Heitz bei der Vorstellung seines Buches Des Teufels Gebetbuch
Ⓒ Cornelia Fett

Für Des Teufels Gebetbuch kam ihm die Idee, als er mal wieder MauMau gespielt und verloren hatte; wo kamen eigentlich die Karten her? Wie gelangten sie nach Europa?
Gewissheit hat er bei seinen Recherchen nicht erlangen können, nur soviel: 1367 wurde das Kartenspiel erstmals in einem Verbot erwähnt. Da das Verbot nicht zog, wurden Kartenspiele versteuert. Ein unversteuertes Blatt wurde für den Besitzer mit hohen Strafen belegt. Das Pik As trägt den Steuerstempel zum Nachweis, dass das Kartenspiel versteuert wurde.

Für Des Teufels Gebetbuch hat Markus Heitz ein eigenes Kartenspiel designen lassen und einen Song geschrieben: Cards. Im Videoclip zum dem Song Cards sehen wir die Sängerin Nina de Lianin neben dem Komponisten des Stücks Marcus Gorstein und der deutschen Stimme von 007 James Bond Daniel Craig - Dietmar Wunder.

Dietmar Wunder ist es auch, der an diesem heutigen Tage im Casino in Baden-Baden das Endspiel Supérieur moderieren wird.

Die Auslosung der Teilnehmer am Kartenspiel Supérieur
Ⓒ Cornelia Fett

Die Teilnahme zum Finale wurde in mehreren Etappen ausgelost. Ein letzter Teilnehmer wurde in Hannover bei Hugendubel ausgewählt. Dabei wurden Namenszettel von 10 Personen, die allesamt über 21 Jahre alt sein mussten, aus einem Glastrichter gezogen. Diese konnten sich dann in einem Supérieur Kartenspiel den 1. Platz für die Teilnahme in Baden-Baden erspielen. Der Gewinner ist heute in Baden-Baden und spielt um den Pot.

Markus Heitz und Cornelia Fett bei Hugendubel in Hannover
Ⓒ Cornelia Fett