Samstag, 10. Januar 2026

Happy - wo du mich findest - Dagmar Bach

 

Happy - Wo du mich findest
Band 1 der Junos Bay Trilogie
erschienen am 27. August 2025
Romance
Autorin: Dagmar Bach
Verlag: Fischer Sauerländer
368 Seiten
ISBN 978-3-7373-4370-1
Argon Hörbuchverlag
Laufzeit: 9 Stunden 48 Minuten
ISBN 978-3-7324-8303-7
Sprecher*innen: Ann-Kathrin Hinz, Hannah Schepmann, Louis Friedemann Thiele, Julian Horeyseck, Bernd Reheuser, Michael Malewski, André Mager







Happy - Wo du mich findest ist der erste Band der Junos Bay Trilogie. Junos Bay ist malerisch schön. Ein kleiner, malerischer Ort in Strandnähe mit den besten, liebsten Menschen, die man sich nur vorstellen kann. Ein echter Happy-Place. 






Happy - Wo du mich findest erzählt die Geschichte von Anouk. Anouks Eltern besitzen in der Junos Bay ein Strandhaus, das es zu "retten" gilt. Auf Unterstützung kann Anouk nicht hoffen, denn die Eltern sind dabei, sich zu trennen. Das erste, was da "hinten runter fällt", ist ein renovierungsbedürftiges Strandhaus. Zeitgleich mit ihrem heimlichen Vorhaben bekommt Anouk anonyme Postkarten zugeschickt. Sie solle ihre große Liebe finden. Was für ein Wink des Schicksals, dass ihr bester Freund auch gerade in Junos Bay ist. Die Sonne, das Meer, das große heimliche Vorhaben und die Wiedersehensfreude über das Treffen mit ihrem besten Freund Noah sorgt für jede Menge Wirbel in Anouks Gedanken, ihrem Gefühlsleben und überhaupt in Junos Bay

Dagmar Bach erzählt die Geschichte von Anouk, ihrem ehemals besten Freund Noah und Junos Bay so farbenfroh, und auf eine Art, dass ich förmlich spüre, wie mich die Sonnenstrahlen kitzeln und das Salz des Meeres auf der Haut verkrustet. Regelrecht gebannt lausche ich den Stimmen der Sprecher*innen und wenn ich an meine Teenagerzeit zurückdenke, kann ich den klagenden Lauten von Anouk nur aus ganzem Herzen zustimmen. Dieses ganze Durcheinander von der Rettung des Strandhauses und den ganzen Emotionen und der Gefühle zwischen Kindheitsfreundschaft und der Aussicht auf die erste Liebe - das muss erst einmal in einen einzigen Menschen passen.

Und so begleite ich Anouk durch Wind und Wellen ihrer Emotionen und freue mich mit ihr, wenn sie ihrem Ziel ein kleines Stückchen näher kommt. 

Manches Mal hätte ich mir ein bisschen mehr Leichtigkeit gewünscht, wenn es um den Happy Place von Anouk und ihre erste Liebe geht. Doch die Umstände der ersten Liebe kann man sich nicht immer aussuchen und diese Tatsache macht auch vor Anouk keinen Halt. 

Mir hat die Geschichte ausgesprochen gut gefallen. Sie hat mich aus meinem Alltag nach Junos Bay entführt und einmal mehr erleben lassen, was für Höhen und Tiefen die Gefühlswelt eines Teenagers aushalten muss. Die Stimmen der Sprecher*innen haben das toll ins Hier und Jetzt transportiert und waren mal nörgelig, mal fröhlich und mal ungehalten sauer. Ich wäre auf jeden Fall bereit, für einen zweiten Ausflug nach Junos Bay


Fazit

Happy - Wo du mich findest ist für alle, die jugendlich-romantische Geschichten am Traumstrand erleben wollen. 




Donnerstag, 8. Januar 2026

Der Nachbar - Sebastian Fitzek

 

Der Nachbar
Psychothriller
Droemer Knaur
Autor: Sebastian Fitzek
370 Seiten
ISBN 978-3-426-28175-8





Der Nachbar ist die Geschichte um Sarah - und eben dem Nachbarn. Sarah ist Anwältin und im besonderen Strafverteidigerin. Sie lebt mit ihrem Mann Ralph und ihrer Tochter Ruby zusammen. Ralph ist Psychiater. Beide sind durch ihre Jobs gut situiert, Ruby ist noch klein. Die knappen Fakten könnten eine Bilderbuchidylle beschreiben, doch leider sind die Protagonisten in einem Psychothriller gelandet.





Es erwartet mich beim Lesen ein erfrischend moderner Schreibstil. Selbst die Frauen sind mit ihrer Vita im Zeitalter der Gleichberechtigung gelandet. Wenn da nicht der Nachbar unterwegs wäre. Die Erzählung erfolgt in kurzen, knappen und spannenden Kapiteln. Eine weitere unterschwellige Aufforderung, das Buch nicht aus der Hand zu legen. Am Ende eines jeden Kapitels wird die Neugier zusätzlich angefacht. 

Sebastian Fitzek schreibt locker und eingängig und nimmt kein Blatt vor den Mund. Dabei muss er nicht alles bis ins kleinste Detail ausformulieren. Die Wortwahl ist dafür exakt und auf den Punkt. Wenn ich als Leserin sehen soll, wie es an dem beschriebenen Ort aussieht, dann steht es auch ganz genau dort geschrieben. Ein Detail genügt und den Rest habe ich dann schon vor Augen. Manches wiederum fügt sich durch Logik, wieder anderes wird angedeutet und ist gedanklich schwerer zu ergründen. Die Spannung bleibt dabei stets aufrecht und es bleibt immer genügend Raum, im Fall mit zu ermitteln und zu  rätseln, wer der Täter sein könnte und warum er sich an den Opfern vergeht.


"Er lachte. Zu Lebzeiten war Maria die Größe S oft zu groß gewesen. Beim Anblick des für ihre zierliche Gestalt viel zu voluminösen Sargs auf der Beerdigung hatte Sarah denken müssen, dass selbst der Tod für ihre Mutter eine Nummer zu groß gewesen war." - Seite 83


Mich hat Der Nachbar sehr gut unterhalten. Die Entwicklung der Charaktere war nachvollziehbar und auch an Überraschungen hat es nicht gemangelt. Die Cliffhanger waren gut gesetzt und haben bei mir die Freude am Lesen und Ermitteln aufrecht gehalten. Ein Buch, in dem ich selbst jetzt beim Schreiben der Rezension immer mal wieder reinblättere und mich kaum von den Lesestellen trennen kann. 

Fazit

Der Nachbar ist für alle, die sich durch einen Psychothriller locker unterhalten wissen wollen. Die Charaktere sind leicht zuzuordnen und das Geschehen - trotz ordentlich Tempo - gut nachzuvollziehen. 


Donnerstag, 18. Dezember 2025

Mit kalter Hand - Michael Tsokos

 

Mit kalter Hand
Band 3 der Reihe um Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao
Rechtsmedizin-Thriller
Verlag Droemer Knaur
Autor: Michael Tsokos
ISBN 978-3-426-56095-2
352 Seiten






Mit kalter Hand ist der dritte Fall für Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao. Während die Ermittlungen zum Pferderipper von Lübars laufen und die Sonderkommission in Sorge ist, dass der Täter, der es bislang auf Pferde abgesehen hat, bald auch Menschen tötet, werden Leichenteile gefunden. Und über allem die drängende Frage: Wie viel Zeit bleibt, bis ein neues Tötungsdelikt hinzukommt? 






Michael Tsokos spart nicht mit seiner Expertise und nimmt mich als Leserin mit in den Sektionssaal und die Welt der genauen Bezeichnungen. In sehr anschaulicher Weise erklärt Yao was sie bei der Inaugenscheinnahme sieht und lässt mich daran teilhaben. Die Worte sind so sorgfältig gewählt, wie ihre Arbeit erledigt wird und die gelegentlich auftauchenden Fachbegriffe erklären sich aus dem Kontext der Erzählung. 


Anfangs, als es um den Pferderipper ging, fühlte ich einen ungewöhnlichen Abstand zur Geschichte rund um Pferde, Ställe und Tiermord oder Tierquälerei. Mit Yao hingegen fühlte ich mich sehr verbunden. Vielleicht machte Yao´s gelebte Distanz zu Pferden hier den Ausschlag, vielleicht die eigene Unverbundenheit zu Pferden. Ich konnte mich jedenfalls sehr gut in Yao hineinversetzen. 

Das Tempo der Erzählung zog während des Geschehens immer mehr an, so dass ich ab etwa der Hälfte den Eindruck hatte, die Geschichte würde sich von allein weitererzählen. Dafür, dass ich so eng bei den Ermittlungen mitgenommen wurde, erschien mir das Ende dann nahezu abrupt. Der Schluss ist mir zu kurz gekommen. Ich hatte kaum erfasst, was die Ermittlungen ergeben hatten, da war es auch schon aus. 

Mir hat das Buch sehr gefallen. Das Tempo der Geschichte war für mich genau richtig. Die Details hätte ich gern eher angedeutet als genau erzählt gehabt und das Ende darf mich beim nächsten Buch gern etwas länger in Atem halten. Für Leserinnen, die Rechtsmedizin-Thriller mögen, auf jeden Fall der richtige Lesestoff. 

Fazit

Mit kalter Hand wird präzise erzählt. Der passende Lesestoff für Leserinnen und Leser von spannenden Rechtsmedizin-Thrillern. 


Dienstag, 21. Oktober 2025

Stefan Hertmans - Dius

 



Auf Einladung des Diogenes Verlages lerne ich am heutigen Abend Stefan Hertmans und seinen neuen Roman Dius kennen. Dius ist bereits der fünfte Roman des Autors Stefan Hertmans bei Diogenes. Und, wenn man den Worten Stefan Hertmans Glauben schenken mag, auch sein bisher bester Roman. Bei diesen Worten schießt mir durch den Kopf: "Sollte nicht jeder Autor genau diesen Satz sagen, wenn es um sein jüngstes Werk geht?". Aber Stefan Hertmans scheint es genau so zu meinen. 




In Dius sind so viele Aspekte und Erfahrungen des Lebens eingeflossen, auch seine autobiografischen. 

Die Zeilen, die Stefan Hertmans aus Dius vorträgt, lösen direkt Gedanken und Gefühle aus. Stefan Hertmans erzählt, wovon der Roman handelt. Von Freundschaft, Leidenschaft, Kunst und von Schönheit und Hässlichkeit. Der Roman erzählt von Verletzungen und Narben und von Männern. In der Hauptsache von zwei Männern. Der eine ist Dozent, der andere Student. Beide sind hetero. Anton ist Dozent und ehrlich verblüfft, als sein Student Dius einfach unvermittelt in sein Privatleben platzt. Es entspinnt sich eine leise wachsende Freundschaft. Die Männer entdecken sich jedoch nicht aneinander, sondern mit Hilfe der Frauen, denen sie begegnen. 

Stefan Hertmans erzählt an diesem Abend vor dem Erscheinungstermin von Dius über die Werke, die ihn beeinflusst haben und die Texte, die ihn in seinen Gedanken inspiriert haben. Stefan Hertmans erzählt von Hegels Prinzip der Anerkennung und dass damit der Meister ohne den Lehrling niemals seine Meisterrolle vollständig erfahren kann. Für Stefan Hertmans gibt es auch kein Genie und keine Helden. Für Stefan Hertmans sind es alles Menschen. Und wenn er bei Menschen und Unterscheidungsmerkmalen ist, sinniert er laut darüber, dass Männer diejenigen sind, die hysterisch sind. Nicht etwa die Frauen. Man muss sich die Menschen nur einmal bei einem Fußballspiel ansehen. - Ich muss lachen. "Wie wahr", denke ich und freue mich schon, wenn ich bei einem nächsten Fußballspiel im Stadion stehe und an Stefan Hertmans Worte denke. 

Die Themen in Dius sind vielfältig und ernsthaft und regen zum Nachdenken an. Für die Begleitung beim Lesen gibt es eigens eine Playlist bestehend aus 28 Titeln mit klassischen Werken. Ich lausche schon einmal rein und freue mich auf das Buch. Morgen ist es soweit. Morgen erscheint Dius. Ich bin sehr neugierig auf die Geschichte. 


Bücher von Stefan Hertmans, erschienen bei Diogenes:

Krieg und Terpentin

Die Fremde

Der Aufgang

Die Suche nach der Gegenwart

Dius





Sonntag, 12. Oktober 2025

Die Erfindung der Welt - Thomas Sautner

 

Die Erfindung der Welt
Roman
Picus Verlag Wien
Autor: Thomas Sautner
ISBN 9-783-711-72103-7
408 Seiten






Die Erfindung der Welt erzählt die Geschichte von der Schriftstellerin Aliza Berg. Aliza Berg bekommt ein Angebot, dass sie nicht ausschlagen kann. Ein Angebot, das ziemlich unverfroren ist, übergreifend und attraktiv. Sie bekommt das Angebot von G., den sie nicht einordnen kann, oder vielmehr als einen älteren, gut situierten Herrn einordnet. 




Dieser G. hat ihr einen Brief geschrieben, einen Dank formuliert für ihre schriftstellerische Tätigkeit und ihr mitgeteilt, dass sie die Summe, die jetzt auf ihrem Bankkonto ist, getrost als Anzahlung für ein neues Buch als auch als Dankeschön für ihre bisherige Literatur ansehen darf. Er wünsche sich allerdings, dass sie sich dazu entscheidet, das für ihn wichtige Buch zu schreiben. 

Das Thema allerdings bestimmt dieser ominöse, ältere Herr namens G. Es handelt sich um das Leben selbst und die Bewohner einer ganz bestimmten Region. Um alle Bewohner. Das ist ihm wichtig. Nun, ich halte es wie Aliza Berg: ich würde mich ungern dermaßen "überfahren" lassen. Und ich würde das Schreibangebot annehmen. 

Mir gefällt der Schreibstil von Thomas Sautner. Und mir gefällt eines der beiden Zitate am Anfang des Buches:


"Wir vergessen, dass das, was wir nicht getan haben, wir auch nicht gewesen sind." - Fernando Pessoa - Seite 7


Und Fernando Pessoa hat so, so recht mit dieser Aussage. So viele Dinge nehmen wir uns vor oder denken zumindest darüber nach, dass wir diese Dinge tun würden, wenn wir uns nur trauen würden. Und dann? Dann verbleibt es meistens dabei und der Alltag holt uns ein und dann, ja, dann haben wir sie nicht getan, diese wunderbaren großen, manchmal kleinen Dinge. Und diese ungetanen Dinge sind wir am Ende des Tages auch nicht gewesen. Wir hätten sie sein können, ja. Und taten es doch nicht. 

Der Roman startet für mich also schon sehr nachdenklich ob dieses kleinen Zitats mit großer Wirkung. 

Und auch sonst, wie bereits erwähnt, gefällt mir der Schreibstil von Thomas Sautner über alle Maße. Er wirkt gerade so angemessen für ein Buch, dass sich um das Thema Leben dreht. Und mir gefällt nicht nur der Schreibstil, mir gefällt auch die Wortwahl, mit dem er den Charakteren Tiefe verleiht. So, wie Elli:


"Ich sah sie an. Wie sehr ich sie mochte, dabei kannte ich sie doch noch gar nicht. Vielleicht war es auch, weil sie mir ihr Kindheitsgesicht gezeigt hatte. Wenn mir jemand sein Kindheitsgesicht zeigt, ohne sich dessen bewusst zu sein, bin ich verloren, dann kann er oder sie alles von mir haben. Gegen diese zarte Verletzlichkeit, diese Unmittelbarkeit, diese Wahrheit komme ich nicht an." - Seite 55


Mal im Ernst: So ein Buch muss man einfach lieben. So ein Buch kann alles haben: Aufmerksamkeit - ungeteilt, schonende Behandlung, vorsichtiges Umblättern, umsichtige Ablage, gute Gedanken. Vor allem auch an Aliza, die den Charakteren in der Geschichte dieses Buchs genauso viel Leben einhaucht, wie der Autor Thomas Sautner in dem Buch Die Erfindung der Welt

Mir hat diese Reise mit Aliza sehr gefallen. Die Erfindung der Welt und die Geschichte über das Leben. 

Fazit

Die Erfindung der Welt ist für alle, die nun Lust haben, sich mit Aliza ins Unbekannte zu wagen und sich der Frage des Lebens zu stellen. 


Freitag, 10. Oktober 2025

Enriettas Vermächtnis - Sylvia Madsack

 

Enriettas Vermächtnis
Pendragon Verlag
Autorin: Sylvia Madsack
Roman
ISBN 978-3-865-32749-9
288 Seiten






Enriettas Vermächtnis handelt von der jüngst verstorbenen Enrietta da Silva. Im Alter von 85 Jahren ist sie gestorben und hinterlässt ein Vermächtnis an zwei Personen, die sich erstmalig - nun ja, eigentlich zum zweiten Mal - beim Züricher Advokaten Leuthard begegnen. 





Es handelt sich um Jana Horwarth, die als Enriettas Ziehtochter gilt und um den in der Schweiz gänzlich unbekannten Dr. Emilio Volpe, der aus Argentinien stammt. Da das Erbe nicht an direkte Verwandte geht und mit rund 20 Millionen Schweizer Franken schon ein Vermögen bedeutet, ist Dr. Leuthard sehr daran gelegen, Emilio Volpe näher kennenzulernen. 

In Gesprächen mit der auf Emilio sehr anziehend wirkenden Jana komme ich als Leserin nach und nach auf die Spur, die Emilio mit Enrietta verband. 

Sylvia Madsack hat einen erklärenden und zugleich raffinierten Schreibstil. Mit ihrer Art, die Eindrücke der Charaktere verbildlicht zu erzählen, zieht sie mich mehr und mehr in den Bann der Figuren. Emilio Volpe, der zunächst eher schnöde wirkt, bekommt mehr und mehr Tiefe. Während Jana Hortwarth zunächst sehr zugänglich über ihre Beziehung zu Enrietta berichtet, sich andersherum aber sehr schnell zurückzieht. Dabei lässt Jana von Emilio Berichtetes erst einmal für sich - und damit auch für mich - stehen. 

Mir gefällt die Art und die scheinbare Leichtigkeit des Erzählens und die gleichzeitig genussvolle Ausdrucksweise. So, als könnte ich die Zeilen schmecken, so schreibt Sylvia Madsack ihren Roman.

Enriettas Vermächtnis zu lesen und mir eigene Gedanken zu den Charakteren und ihren zwischenmenschlichen Begegnungen zu machen, war für mich ein Genuss. 

Fazit

Enriettas Vermächtnis ist für alle, die gern außergewöhnlichen Charakteren mit ungewöhnlichen Lebenshintergründen begegnen. 


Sonntag, 10. August 2025

Das Lied der Rose - Julia Kröhn

 

Das Lied der Rose 
Historischer Roman - Mittelalter
Verlag: Lübbe
Autorin: Julia Kröhn
720 Seiten
ISBN 978-3-7577-0120-8
erschienen am 27. Juni 2025





Das Lied der Rose erzählt die Geschichte von Guillaume IX von Aquitanien und die Entwicklung der Musik am Hof und speziell des Liebeslieds zu dieser mittelalterlichen Zeit.






In zwei eng miteinander verwobenen Erzählsträngen erlebe ich anhand der wahren Charaktere Guillaume IX von Aquitanien und dessen Ehefrau Phillippa sowie der fiktiven Charaktere Marian und Sahar den Lauf der Geschichte um Kreuzzüge, die Überlieferung kulturellen Gutes und die Entstehung des Minnegesangs. 

Julia Kröhn weckt mit ihrer poetischen Erzählart die Geschichte zum Leben. Es ist erstaunlich, wie lebendig die Figuren wirken. Die Hoffnung, ihre Ängste, all ihre Gefühle - auch die widerstrebenden - finden Platz in dieser Geschichte. Die Handlung geht über 720 Seiten und wird sehr kurzweilig vorangetrieben. Stets passiert etwas, das meine Aufmerksamkeit gefangen nimmt. Dabei ist es nicht wichtig, dass ein Ziel verfolgt und erreicht wird. Eher ist es die Begleitung mehr und mehr bekannt werdender Personen, die ich durch die Jahre hinweg an wechselnden Orten erleben darf. Und mehr: ich erlebe Hitze, Entbehrungen, Kälte, Durst und immer wieder Hoffnung in Form eines Wiedersehens, eines Liedes, der Kraft der Natur und Freundschaft. 

Wer Lust hat, sich in die Mittelalterliche Geschichte zu begeben um sich an die Fersen von Guillaume (Wilhelm) XI von Aquitanien zu heften um dabei die Entwicklung des Liebesliedes zu verfolgen, macht mit Das Lied der Rose den ersten Schritt. 

Mich hat der Roman dazu veranlasst, mehr über Guillaume IX von Aquitanien und seiner Familie und der Entstehungsgeschichte des Liebeslieds am Hofe erfahren zu wollen. 

Fazit

Wer gern mittelalterliche Geschichten mit wahrem Hintergrund und warmer Fiktion liest, wird Das Lied der Rose mehr als gern lesen.