Freitag, 25. September 2026

L. G. Berserka - Monster, Mittelalter und Missverständnisse - Kirsten Storm


L.G. Berserka - Monster, Mittelalter und Missverständnisse
Fantasy
Autorin: Kirsten Storm
ISBN 978-8185412763
428 Seiten
erschienen am 10. Juli 2026
Selfpublishing - Independently published






L.G. Berserka - Monster, Mittelalter und Missverständnisse ist der zweite Band der Monster-Reihe aus der Feder von Kirsten Storm und erzählt die Geschichte von Lock Gates, einem Pfleger, der auf zunächst normal und etwas kurios anmutenden Umständen dann auf ziemlich abenteuerliche Weise unfreiwillig zum Hexer wird. 





In diesem Band, Monster, Mittelalter und Missverständnisse führt ihn ein magischer Gegenstand, ein sogenanntes Chronoaltis, direkt ins Mittelalter. Sein Ziel ist es, in der Vergangenheit etwas zu verändern, so dass seine Mit-Wohngemeinschaftsmieterin Nora nicht von einem Werwolf gebissen wird. Mit einer Reise ins Mittelalter hat Lock aber nun wirklich nicht gerechnet - und auch nicht, dass ihn sein Affendämon und ein Werwolf auf seiner Reise begleiten werden. 

Just in dem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe, fühle ich mich schon wieder mitten in der Geschichte. Kirsten Storm hat ein Talent, die magische Welt, die sie förmlich heraufbeschwört, so lebensecht zu schreiben, dass ich keinen Zweifel habe, dass mir die Figuren und die wunderschönen Geschöpfe und Pflanzen auch hier vor meiner Tür begegnen werden. 

Die Geschichte nimmt mich mit und entwickelt solch einen Sog, dass ich das Buch quasi in einem Atemzug - also bis nachts kurz nach 3 Uhr - durchgelesen habe. Ich musste einfach wissen, wie die Geschichte ausgeht. Ihr tut also gut daran, so früh es irgend möglich ist, aufzustehen, zu frühstücken und euch mit Lock und seinem Affendämon auf ins Mittelalter zu begeben. Dann könnt ihr 428 Seiten später zu einer moderaten Zeit wieder ins Bett verschwinden. 

Monster, Mittelalter und Missverständnisse hat mir beim Lesen viel Freude bereitet, die Zeit und alles andere drumherum vergessen lassen und an einigen Stellen musste ich lauthals lachen. Meine Nachbarn haben scheinbar schon tief und fest geschlafen, Beschwerden blieben bis heute aus. Falls ihr also genauso wie ich über schrägen Humor lachen könnt, ist das Buch nichts für den Ruhebereich der Sauna, aber das richtige für euch.


Fazit

L.G. Berserka - Monster, Mittelalter und Missverständnisse ist für alle, die Fantasygeschichten für junge Erwachsene mit schrägem Humor mögen. Ich lieb´s. 
 



Freitag, 28. August 2026

Leselust Garbsen - Lesung auf Homeyers Hof


Leseabend "Eine Mutter hat ein jeder" auf Homeyers Hof



Der Leseabend des Fördervereins Leselust Garbsen - mit freundlicher Unterstützung des Terzetts Lesestärke 3 - auf Homeyers Hof hat mittlerweile eine schöne Tradition. Unter dem diesjährigen Motto „Eine Mutter hat ein jeder“ durfte ich den Abend mit den Worten „Mamma Mia – Eine Hommage an die wichtigste Frau der Welt. Mutter: Man liebt sie, man braucht sie, man könnte sie auf den Mond schießen. Sie geben ihr Bestes, und es reicht doch nie. Manchmal möchte man ihnen einfach danken. Mit einem Blumenstrauß oder mit den guten Geschichten über sie.“ eröffnen und zitierte dabei den Klappentext des gleichnamigen Buches „Mamma Mia“ mit Geschichten über Mutter aus dem Diogenes Verlag.



Im Verlauf der ersten Hälfte des Programms des Fördervereins Leselust erlebten die Gäste zehn Auszüge aus Geschichten und Büchern namhafter Autorinnen und Autoren wie Helga Schubert, Joachim Meyerhoff, Tove Ditlevsen und Mariana Leky. Die Texte waren allesamt kurzweilig und luden zum Sinnieren, zum Lachen und Mitfühlen ein. Jeder Text wurde von den vortragenden Mitgliedern selbst für das Programm ausgesucht und vorgetragen und der Wechsel der Lesenden stets mit einem passenden Sprichwort zum Thema „Eine Mutter hat ein jeder“ abgerundet.

Den zweiten Part hat nach einer kurzen Pause die Lesestärke 3 – diesmal in veränderter Besetzung – übernommen. Die Lesung beinhaltete Texte unter anderem von Loriot und Erich Kästner und wurde szenisch von Dieter Albrecht gemeinsam mit Gudrun Roggenkamp und Gerhard Steinwedel vorgetragen und sorgte für einen fröhlichen Ausklang. Der Leseabend verging wie im Flug und am Ende verabschiedeten sich viele Gäste persönlich von den Vortragenden und dankten für das besondere Literaturerlebnis.

Constanze Buch, die für diesen exklusiven Abend auf Homeyers Hof in die Tenne einlud, hatte für diesen Abend wieder Köstlichkeiten aus der Hofküche auf der Speisekarte und betonte zur Begrüßung noch einmal, wie schön und wie wichtig es ist, diese kulturellen Veranstaltungen weiter vorzuhalten. Für den Verein Leselust Garbsen e.V. bat sie um eine Hutspende. Aus diesen Spendengeldern werden beispielsweise die Lesetaschen finanziert, die jedes Jahr an die Erstklässler mit einem ersten Buch und einer Lesekarte für die Stadtbibliothek verteilt werden. Ein großartiges wie wichtiges Engagement. Mehr über das Engagement des Vereins und wie ihr ihn unterstützen können, findet ihr auf der Homepage unter https://www.leselust-garbsen.de

 

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Sonntag, 23. August 2026

L. G. Berserka - Monster gibt es doch gar nicht - Kirsten Storm

 

L.G. Berserka - Monster gibt es doch gar nicht
Autorin: Kirsten Storm
Urban Fantasy
ISBN 978-3759235084
416 Seiten
Erscheinungsdatum: 9. September 2024



L.G. Berserka - Monster gibt es doch gar nicht ist der Auftakt der Monster-Reihe von Kirsten Storm. In diesem humorvollen Urban Fantasy Roman geht es um Lock Gates, 28 Jahre alt, Pflegekraft. Mit seinen Freunden Tobi und Nora, mit denen er in einer Wohngemeinschaft lebt, begibt sich Lock in eine Hütte mitten im Wald um sich von einer "Hexe" die Zukunft voraussagen zu lassen. Dabei geht schief, was schief gehen kann und zu dem Gruselcharakter, den der dunkle Wald bei Nacht bietet, stirbt Dorka an einem Herzinfarkt - und überträgt ihre Kräfte an Lock. Leider hat Dorka es verpasst, Lock vor ihrem Ableben darüber zu informieren und ihn zu warnen. So muss Lock auf äußerst schmerzhafte Weise herausfinden, mit welchen Kräften und Kreaturen er es zukünftig zu tun haben wird. 


Lock Gates ist für mich der Vernünftige von den drei Freunden. Ausgerechnet ihn trifft die Gabe der Hexe Dorka. Mit der neuen Kraft des Sehens muss er sich erst einmal bekannt machen. Das sorgt für einigen Wirbel. Selbst seine Freunde Nora und Tobi halten ihn schon für - naja: etwas verrückt. 

Nora scheint für mich sehr romantisch veranlagt und Tobi legt eine ordentliche "Hau-Drauf"-Mentalität an den Tag. Gemeinsam sind sie ein sehr ungewöhnliches Trio, das von Zeit zu Zeit von Locks Freundin Stella verstärkt wird. 

In Monster gibt es doch gar nicht gilt es vor allem erst einmal sich in dieser neuen Parallelwelt zurechtzufinden, in der es von Ungewöhnlichkeiten nur so wimmelt. 

Kirsten Storm lässt mich die Geschichte um Lock hautnah erleben. Egal, ob es die Begegnung im Wald mit Dorka ist oder es sich um einen Arztbesuch handelt: Die Geschichte ist so lebendig erzählt, als könnte Lock im nächsten Moment neben mir im Wartezimmer sitzen oder an mir im Park vorbeispazieren. Selbst seinen neuen Begleiter, den Karawall und Affendämon, kann ich mir bildlich vorstellen. Ein Glück für mich, dass der Karawall mit mir nicht ständig das Gespräch sucht, ganz im Gegensatz und zum Leidwesen von Lock: Lock kann dem Karawall nämlich nicht ausweichen. 

Was ich mit dem kleinen Exkurs sagen will: Kirsten Storm erzählt die Geschichte sehr lebendig und bildhaft - das liebe ich an ihren Geschichten und das ist auch hier wieder spürbar. Ich kann es kaum erwarten, den zweiten Band in Händen zu halten. 

Fazit

L.G. Berserka - Monster gibt es doch gar nicht ist für alle, die Spaß an humoriger Urban-Fantasy haben und sich von einem Affendämon nicht ins Bockshorn jagen lassen. 


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Freitag, 31. Juli 2026

Leselust in Garbsen - Packen der Lesetaschen für Erstklässler

 













Bücher haben für mich immer mehr bedeutet als nur Worte auf Papier. Lesen ist für mich eine Art, Türen zu öffnen: zu Geschichten, zu neuen Welten und zu Menschen. Und genau diese Freude möchte ich möglichst vielen Kindern mitgeben.

Ich liebe Bücher und das Lesen - und die Möglichkeit, dass Kinder und Jugendliche kostenfrei über die Bibliothek immer neue Buchtitel entdecken können. Deshalb engagiere ich mich im Verein Leselust. Am 5. August packe ich zusammen mit den Mitgliedern wieder Lesetaschen für Erstklässler in den Räumen unserer Stadtbibliothek. In den Taschen steckt ein altersgerechtes Buch, außerdem Informationen zur ersten eigenen Lesekarte und der Flyer des Vereins Leselust - damit aus der ersten Neugier direkt der nächste Schritt ins Lesen wird. 

Ich freue mich darauf und wünsche mir, dass dieses kleine Startpaket bei den Kindern Lust macht, selbst Bücher zu entdecken - und wer gern mitmachen möchte, ist beim Verein Leselust in Garbsen e.V. herzlich willkommen.

Ans Herz legen kann ich euch zudem unsere Lesung auf Homeyers Hof. In diesem Jahr wird unsere Veranstaltung am 27. August ab 18 Uhr stattfinden. Das Motto lautet "Eine Mutter hat ein jeder" und wir haben bei der Vorstellung unserer Texte schon herzlich gelacht. Ich kann es kaum erwarten, die Texte aufgeführt zu erleben und würde mich sehr freuen, euch zu sehen.


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Sonntag, 14. Juni 2026

Träume aus Feuer - Florian Illies


Träume aus Feuer
Pfaueninsel Verlag
Autor: Florian Illies
ISBN 978-3-691-31005-4
144 Seiten
erschienen am 1. Juni 2026



Träume aus Feuer erzählt die Geschichte von Johannes Kunckel. Johannes Kunckel ist Alchemist und soll am Hof des Kurfürsten in Brandenburg Silber zu Gold umwandeln.

Irgendwann versteht auch der Kurfürst, dass Johannes Kunckel es wohl auch nicht fertigbringen wird, Silber in Gold zu verwandeln. Was aber Johannes Kunckel kann, ist erstklassiges Glas in Form zu bringen und rubinrot einzufärben. Dass Johannes dafür eher Gold verschwinden lässt, statt es zu produzieren - nun ja, ein bisschen Schwund ist immer. 

Als großzügige Geste erhält Johannes Kunckel vom Kurfürsten die Pfaueninsel geschenkt. Mit der winzigen Auflage, dort weiterhin wundervolle Gläser herzustellen, die Infrastruktur auf der Insel zu errichten und einen kleinen Mitarbeiterstab zu beschäftigen. Die Neider bekommt Johannes on top. 

Die Geschichte von Johannes Kunckel wird mit einem Augenzwinkern erzählt, hält sich aber an die historischen Tatsachen. Erzählendes Sachbuch - so könnte man es nennen. Die Geschichte liest sich sehr kurzweilig und ist auch gut zusammengefasst, so dass keine Längen entstehen. 

Florian Illies schafft es mit seinem Erzählstil mich als Leserin bei den Fakten zu halten, ohne mich mit Informationen zu überborden. So vergeht die Zeit an der Seite von Johannes Kunckel viel zu schnell und ich hätte gern mehr erfahren über die Menschen auf der Pfaueninsel und am Hof des Kurfürsten. 

Fazit

Träume aus Feuer ist für jeden, der einen unterhaltsamen Ausflug in die Vergangenheit an der Seite von Johannes Kunckel, Alchemist und Glasbläser, machen möchte. Ich habe die Geschichte sehr genossen.  


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Mittwoch, 3. Juni 2026

Lena Gorelik - Alle meine Mütter

 




Als ich im März auf der Leipziger Buchmesse Lena Gorelik auf der Literaturbühne sah, war ich gleich angetan. Ein sympathischer Mensch, ein offener, freundlicher Blick und der Buchtitel "Alle meine Mütter". - Mein Interesse war geweckt, ich wollte unbedingt mehr erfahren. 

Heute, am 3. Juni hatte ich die Gelegenheit das Interview von "Die Zeit" online mitzuverfolgen. Nicht ganz so schön, wie die Autorin selbst zu treffen, aber immerhin. 





Volker Weidermann führte als Moderator und Interviewpartner durch die Buchvorstellung. Einer seiner ersten Sätze war, dass er zwar Fragen vorbereitet hatte, ihn bzw. "Die Zeit" aber so viele Fragen im Vorfeld der Lesung erreicht hätten, dass er von seinen Fragen Abstand nimmt und lieber unsere Fragen - also die der Zuschauer - stellen wird. Ein großartiger Zug. Und es ging auch gleich ans Eingemachte...


Und so erzählte Lena erst einmal darüber, wie das Buch entstand und während des Prozesses Form annahm. Der Wunsch war da, alle Mütter in dem Buch zu erwähnen. Mütter, die sind; Mütter, die zweifeln; Mütter, die gern länger Mütter wären. Es gibt so viele verschiedene Formen der Mutterschaft, sie alle zu erwähnen, wäre ein schier unendlicher Prozess. Also sollten dann aber zumindest alle Mütter genannt werden, die ihr sehr, sehr wichtig sind. 

Wenn es um die Mutter geht, wird es immer einen Ticken emotionaler. "Ich muss noch zu meiner Mutter." - und schon ist die Stimmung mit Gefühlen angereichert. Die Stimmung wandelt sich sofort. Auch, die Frage, warum eine Frau nicht Mutter wird bzw. geworden ist. Allein schon, dass die Frage "Wie habe ich als Mutter zu sein?" förmlich immer im Raum steht. Alle haben eine Meinung dazu und äußern sie. Die gesamte Gesellschaft. Und oft auch ungefragt. 


Wie aber lief die Recherche zu dem Buch? 

Die schlichte Antwort darauf: unterschiedlich schwierig bzw. einfach. 

Beispielsweise das Kapitel über die Mütter von Kindern mit Behinderungen. Lena erzählte einigen Menschen in ihrem Umfeld von ihrem Schreibprojekt und eben diesem Abschnitt. Und sofort kamen Angebote, ihr davon zu erzählen oder Bekannte oder Verwandte zu fragen, ob die sich bei ihr melden wollten. Es gab einen schier unerschöpflich wirkenden Bedarf, dieses Wissen zu teilen. Was bedeutet Muttersein mit einem Kind mit Behinderung?!

Dafür traf Lena bei der Arbeit zu einem anderen Kapitel nur auf tiefes Schweigen. In einem Teil des Buches beschäftigt sie sich mit Schwangerschaftsabbrüchen in der Sowjetunion. Statistisch hat in der Sowjetunion jede Frau 10-12 Mal in ihrem Leben abgetrieben. Jede Frau. In der Sowjetunion gab es dazu nur Schweigen. Die Angesprochenen hätten aber gern über ihre eigenen Mütter gesprochen. Nicht aber über ihre eigenen Schwangerschaftsabbrüche. 

Wenn in der Sowjetunion Frauen irgendwo untergebracht waren, um etwas später wieder zu verschwinden, hieß es auf die Nachfrage, was sie hier machen, nur: "Die Frauen haben hier zu tun."


Wir sind sehr geprägt durch unsere Sozialisierung und was unsere Gesellschaft von uns erwartet. Der böse, vermeintlich kinderfreundliche Blick der Anderen, die genau wissen, was für dein Kind gut ist. Mütter zeigen sich als Mütter, selten jedoch als eigene Menschen, also eigenständig. 


Alle meine Mütter ist durch zwei unterschiedliche Erzählweisen geprägt. Die Erzählweise über alle Mütter und die Erzählung aus der Ich-Perspektive. Die Ich-Erzählstränge waren nicht geplant. Tatsächlich wollte Lena sogar ihre Mutter als Person aus dem Buch heraushalten. Lenas Mutter ist während des Schreibprozesses an Brustkrebs erkrankt. 

Während des Schreibens kam es Lena dann aber falsch vor, all die Frauen entblößt zu zeigen, ohne sich selbst zu hinterfragen. Und so entstanden die Ich-Erzählungen.


Wann hat Lena ihrer Mutter davon erzählt, dass sie selbst in dem Buch vorkommen wird?


Im letzten Drittel des Schreibprozesses hat Lena ihrer Mutter gesagt, dass sie selbst - also die Mutter - in dem Buch vorkommt. Und die Entgegnung ihrer Mutter lautete "Nichts anderes habe ich von dir erwartet." 

Und dann zitierte sie mit einem Lächeln: "Es gibt nichts Schlimmeres, als einen Schriftsteller in der Familie zu haben."

Als das Manuskript fertiggestellt war, hat Lenas Mutter es gelesen. Erst zweimal als Mutter, dann als Literaturstück. Was Lenas Mutter daraufhin geantwortet hat, ging mir direkt unter die Haut: 

"Du hast kein Buch über mich geschrieben. Du hast ein Buch über uns alle geschrieben." 

Schlussendlich kamen wir in der Runde noch zu der Frage, wie sich eine gute Mutter definiert. Und Lena sagte: "Eine gute Mutter ist eine Frau, die sich an sich selbst misst." In diesen Worten steckt - finde ich - viel Wahrheit. 

Im Laufe des Lebens stellt Lena fest, dass ihre Mutter mehr richtig gemacht hat, als sie bislang angenommen hat. Es tut mir gut, dass andere Menschen es auch so erleben. Dieses sich an der Welt messen und die Vorgaben in Frage stellen. Ich finde, das gehört zu der persönlichen Entwicklung dazu. Genauso wie im Laufe der Reife die Beweggründe zu verstehen und einzuordnen. 

Zum Schluss erzählt uns Lena noch davon, wie sie mit einer Mutter ins Gespräch kam. Die Mutter hat zwei Söhne, Zwillinge. Der eine Sohn ist erkrankt und behindert, der andere ist gesund und macht Abitur. In Gesprächen mit anderen Menschen wird diese Mutter immer nur nach dem gesunden Jungen gefragt, nie nach dem erkrankten Sohn mit der Behinderung. 

Das bringt mich persönlich zu der Frage: Warum fällt es uns Menschen so schwer nach diesem Jungen zu fragen? Weil wir wissen, er wird nie ganz gesund sein? Weil wir fürchten, dass wir eine Antwort bekommen, mit der wir nicht umgehen können? Weil wir unser Gegenüber nicht verletzen wollen? Ich denke, es ist noch ganz viel Aufklärungsarbeit notwendig, um unsere Gesellschaft im Umgang miteinander menschlicher werden zu lassen. Die Wirtschaft und alles drumherum hat uns von uns selbst entfremdet. Aber das ist Stoff für einen anderen Beitrag. 

Für heute schließe ich meinen Bericht über die Buchvorstellung und Lesung mit Lena Gorelik und ihrem Buch Alle meine Mütter und hoffe, der Einblick hat euch gefallen. 

Eure Connie von Lilis Lesemomente

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Mittwoch, 13. Mai 2026

Spielverderberin - Marie Menke

 

Spielverderberin
Roman
Kiepenheuer & Witsch
Autorin: Marie Menke
ISBN 978-3-462-00873-9
220 Seiten
erschienen am 12. Februar 2026


In "Spielverderberin" werden wir Zeugen einer komplexen Freundschaft, die von der Vergangenheit geprägt ist und in der Gegenwart mit alten Konflikten konfrontiert wird. Sophie, Lotte und die unberechenbare Romy – drei Frauen, deren Beziehung von Bewunderung, Eifersucht und dem Kampf um Unabhängigkeit geprägt ist. Das Buch fängt die Intensität dieser Dynamik auf brillante Weise ein.

Zu Beginn nähert sich die Geschichte den Kindheitserinnerungen von Sophie und Lotte. Die Freundschaft scheint stark, doch die Einführung von Romy in der Oberstufe bringt eine Wendung mit sich. Die Faszination zwischen den Dreien entwickelt sich, doch als Romy plötzlich verschwindet, bricht das Gefüge auseinander.

Die Handlung springt geschickt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, was die Spannung aufrechterhält und das Verdrängte nach und nach enthüllt. Das ständige Spiel mit Erinnerungen und Vergangenem lässt den Leser neugierig auf die "harte Nacht" werden, die über dem Geschehen schwebt.

Obwohl keine der Figuren wirklich sympathisch ist, bleibt die Lektüre fesselnd. Die Autorin schafft eine düstere Atmosphäre, in der die Hitze und Enge des Dorfes spürbar werden, gepaart mit ungesagten Spannungen, die einem unter die Haut gehen.


Fazit


"Spielverderberin" ist ein Buch, das unter die Oberfläche geht und die Komplexität von Freundschaften in der Jugend thematisiert. Wer bereit ist, sich auf diese emotionalen Schatten einzulassen, wird mit einer packenden Geschichte belohnt. Schnapp dir eine Tasse Tee, mach es dir bequem und lass dich von den Verwirrungen alter Freundschaften fesseln!